Sonntag, 20. Mai 2018

Wer möchte schon unter diesen Umständen in Pará leben?

Pará ist ein brasilianischer Bundesstaat an der Amazonas-Mündung. Seine Hauptstadt ist Belém do Pará. Belém hat einen bekannten Markplatz, der sich "Ver-o-peso" nennt, was auf Deutsch "Schau aufs Gewicht" bedeutet und auf erhebliche Unregelmäßigkeiten beim Marktgeschehen schließen lässt. "Ver-o-fato" nennt sich ein Blog, der über den Alltag in Belém und Pará berichtet. Den Blog-Namen könnte man mit "Schau auf die Tatsachen" übersetzen.

Vor kurzem berichtete der Blog unter dem Titel "Reiche und Überallene" über die Lebenssituation in Pará:


Es ist nicht leicht in Pará zu leben. Es gibt Diebe, die Diebe berauben, Räuber, die Räuber überfallen und Menschen mit Angst bis es nicht mehr geht.

Die Armen zahlen Maut, um auf den Straßen gehen zu können. Sogar die Polizisten, die zuvor Leute gejagt haben werden jetzt gejagt und sterben. Nicht einmal der Reiche entkommt den Banditen, die an allen Ecken zu finden sind.

Man braucht nur den Fall des Präsidenten des Bundes der Industrie des Staates von Pará (Fiepa) sich anzusehen. José Conrado Santos erlebte in seiner Wohnung im Stadtteil Mosqueiro den Terror als er von vier Banditen überfallen wurde. Es war der dritte Überfall, den Conrado mitmachte.

Er hat jetzt sein schönes Haus zum Verkauf ausgeschrieben. Der Stadtteil Mosqueiro ist inzwischen komplett verlassen. Auf den schlecht beleuchteten Straßen Schlaglöcher und Müll überall.

Die Namen von Zenaldo (Oberbürgermeister von Belém) und Jatene (Gouverneur von Belém) darf bei den Anwohnern nicht mehr erwähnen. Das haben die beiden auch verdient.

Freitag, 18. Mai 2018

Ghicitul, eine umstrittene Wissenschaft für sich

Die Webseite der rumänischen Zeitung "Adevarul" nimmt sich des Themas "Ghicitorii: șarlatani sau doctori de suflete?" an und greift damit etwas auf, was die immer noch sehr abergläubischen Rumänen und noch mehr die Rumäninnen beschäftigt. "Ghicitul", das bedeutet "Hellseherei". "Ghicitorii" sind Hellseher in der Pluralform. Der Titel des Artikels lautet übersetzt "Hellseher: Scharlatane oder Seelendoktoren?". Der Adevarul-Journalist hat da seine Meinung: "Für viele ist die Hellseherei eine Kunst. Für andere ist es eine Wissenschaft. Für mich ist es eine Farce, eine Täuschung". Er bedauert, dass er mit seiner Meinung eher nicht die Mehrheit repräsentiert, sogar im engeren Familienkreis setze man auf Hellseher.

Pentru mulţi, ghicitul este o artă. Pentru alţii, este o ştiinţă. Pentru mine, este, în cele mai multe cazuri, o păcăleală

Citeste mai mult: adev.ro/p8wwpr
Ghicitorii: şarlatani sau doctori de suflete?

Citeste mai mult: adev.ro/p8wwpr
Ghicitorii: şarlatani sau doctori de suflete?

Citeste mai mult: adev.ro/p8wwpr

Donnerstag, 18. Januar 2018

Der oder die Tefelist ist jung, schön und frei

Beim "Tefelist", auch in der Form "Tefeleu"benutzt,  handelt es sich um eine neue Wortschöpfung in der rumänischen Sprache. Der Begriff wurde von regierungsnahen Medien geprägt und entwickelte sich aus der Abkürzung "TFL".

Diese steht für "Tânăr Frumos și Liber". "Tânăr" bedeutet "jung", "frumos" ist "schön" und "liber" meint "frei". Also der "Tefelist" ist ein schöner und freier Jugendlicher. Der Begriff entstand im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe im Jahr 2015 in der Bukarester Diskothek "Colectiv".

Blogger "IsPaul" versucht es uns zu erklären:
Ok, wer sind nun diese Tefelisten? Für Tefelisten gibt es unterschiedliche Versionen, je nachdem, wen ich frage. Mehrheitlich spricht man dem Tefelisten ein starkes Gefühl gegen Korruption zu. Wenn man dieses Gefühl nicht hat, dann ist man kein schöner und freier Jugendlicher. Da es in unserem geschätzten Ländchen eine Menge schwerwiegende Korruptionsskandale sind, für die die Regierungspartei PSD verantwortlich ist, ist der Tefelist in der Regel gegen diese Partei eingestellt.

Samstag, 11. November 2017

ANOFM - hat etwas mit Arbeit zu tun

ANOFM ist die Abkürzung für "Agentia Nationala pentru Ocuparea Fortei de Munca". Das bedeutet übersetzt "Nationalagentur für die Beschäftigung der Arbeitskraft".
Die Agentur beschreibt ihre Tätigkeit so: "Der Arbeitsmarkt hat im letzten Jahrzehnt einen gewaltigen Wandel erfahren. Die Änderungen haben die Notwendigkeit gezeigt, neue Institutionen zu schaffen. Moderne, flexible Institutionen mit der Fähigkeit auf diese Herausforderungen zu antworten."
ANOFM beschäftigt sich im Rahmen der neuen Herausforderung mit Weiterbildung und Qualifizierung sowie Vermittlung von Arbeitslosen.
Arbeitslose heißen auf rumänisch "şomerii", der Arbeisplatz ist der "locul de muncă" und der Arbeitsmarkt ist der "piață muncii".

Sonntag, 23. Juli 2017

Târgul de Fete - dort gibt es Mädchenhandel

In den rumänischen "Muntele Găina", den "Găina-Bergen", findet an diesem Wochenende der "Târgul de Fete" statt. "Târg" ist der "Markt" auf rumänisch, -ul dahinter ist der Artikel. "Fată", in der Mehrzahl "Fete", sind Mädchen. Es handelt sich also um einen "Mädchenmarkt". Der "Mädchenmarkt" in Găina gilt als das größte rumänischen Volksfest. Er dient dazu, dass Jugendliche sich dort anfreunden (împrieteni) und heiraten (căsători) können. Das Volksfest gibt es seit 1816 und der Festplatz liegt auf 1.500 m Höhe.

Mittwoch, 28. Juni 2017

Perioada de caniculă - hier ist schwitzen angesagt

Wir haben Sommer und auch Rumänien leidet unter einer "perioada de caniculă". "Perioada" ist ein Zeitraum und unter "caniculă" versteht man "extreme Hitze". Der Begriff wäre bei uns am besten mit "Hitzewelle" überschrieben. In dem Zusammenhang fällt auch oft der Begriff "temperaturile ridicate", was "erhöhte Temperaturen" bedeutet. "Sommer" heißt auf Rumänisch übrigens "vara".

Montag, 6. März 2017

Amnistie - rumänisches Wort des Monats

Das Wörterbuch der rumänischen Sprache, dexonline - Dicționare ale limbii române, kürt monatlich einen Begriff zum "Wort des Monats" (cuvântul lunii). Zur Zeit ist "amnistie" das gekürte Wort, das der deutschen Bezeichnung Amnestie entspricht. Dexonline definiert "amnistie" als ein "Akt der Staatsmacht durch die die strafrechtliche Verantwortung für eine begangene Tat aufgehoben wird".

Dass das Wort zum Wort des Monats wurde, hat es sicher den großen Protestdemonstrationen der Bevölkerung gegen die Pläne der Regierung zur Reduzierung der Strafen für Korruptionsdelikte zu verdanken. Große Teile der Bevölkerung haben richtig erkannt, dass die Strafgesetzbuchänderung auf eine Amnestie für bereits begangene Delikte abzielte.

Freitag, 27. Januar 2017

Programul Prima Casă - soll Rumänen zu Wohneigentum verhelfen

"Programul Prima Casă" bedeutet übersetzt "Programm Erstes Haus". Es handelt sich um ein Programm der rumänischen Regierung, das den Wohnungsbau fördern soll. Dies erfolgt in der Form, dass der Staat Kreditgarantien für den Wohnungsbau übernimmt. Die Garantie erstreckt sich auf 50% der Baukosten und der zur Verfügung stehende Gesamtbetrag ist gedeckelt.



Samstag, 5. November 2016

Accident în lanţ - nicht selten auf Rumäniens Straßen

Ein "accident" ist ein Unfall und wenn er "in lanţ" passiert, dann ist das eine "Serienunfall" oder eine "Massenkarambolage". Gerade gestern passiert auf der "autostrada soarelor", "Autobahn der Sonne", zwischen Konstanza und Bukarest. Schuld war ein "șofer de camion", ein "Lastwagenfahrer". Bei dichtem Nebel (ceață) fuhr er mit überhöhter Geschwindigkeit (viteza excesivă). Die Folge: 3 Tote und 57 zum Teil Schwerverletzte.

Samstag, 20. August 2016

Taxă pe ruină - Nichtstun soll bestraft werden

Die rumänische hat 2015 eine "taxă pe ruină" eingeführt. Wörtlich handelt es sich um einen "Steuer auf Ruinen". Mit dieser Steuer werden Gebäudeeigentümer, die nicht für den Erhalt ihrer Objekte tun, mit einem um das 5-fache höheren Steuersatz bestraft.