Samstag, 26. Mai 2012
Capul jos de ruşine - wenn man zu offensichtlich trickst
"Capul jos de ruşine" bedeutet, den "Kopf vor Scham senken". "Cap" ist der Kopf, "jos" bedeutet "runter" und "ruşine" ist die "Scham". Somit wörtlich "Kopf runter vor Scham". Der Begriff taucht heute in den rumänischen Medien aus Anlass des ESC, des Eurovision Song Contest, der heute in Baku stattfindet, auf. Und zwar soll eine britische Zeitung berichtet haben, dass Rumänien, das diesen Wettbewerb noch nie gewonnen hat, immer nur drittklassige Leute dahin schicke. Warum? Damit Rumänien nicht die nächste Veranstaltung ausrichten müsse, weil das zuviel Geld koste! Also, liebe Rumänen, schämt euch, "capul jos de ruşine"!
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Samstag, 28. April 2012
Epoca de aur - Ironie pur
Rumänische Medien widmen sich seit einiger Zeit auch der "Epoca de Aur". Übersetzt handelt es sich um das "Goldene Zeitalter". Der Begriff deutet an, dass es eigentlich um einen Zeitraum geht, in der ein Volk oder eine Gesellschaft eine Blütezeit erlebte. Zur Zeit wird der Begriff aber eher ironisch gemeint und die Zeit der kommunistischen Diktatur in der 2. Hälfte des letzten Jahrhunderts so tituliert. Zurückzuführen ist die derartige Verwendung des Begriffs vermutlich auf den Film "Amintiri din Epoca de Aur" (Erinnerungen aus einem goldenen Zeitalter) des bekannten rumänischen Regisseurs Cristian Mungiu. Laut Wikipedia sagte Mungiu zu seinem Film: "„Die ersten rumänischen Filme über den Kommunismus, die direkt nach dem Fall der Berliner Mauer gemacht wurden, waren sehr schlecht - die Figuren nichts weiter als Sprachrohre für die Ansichten ihrer Regisseure. Heute machen wir Filme über diese Epoche mit sehr viel weniger Zorn. Der Humor hat den Rumänen geholfen, diese Zeit zu überstehen, also ist Humor, haben wir gedacht, auch eine mögliche Art, darauf zurückzublicken".
In diesem Sinne beginnen Rückblicke in die neuere Geschichte in den Medien ironisch mit einem Bezug auf die "Epoca de Aur".
In diesem Sinne beginnen Rückblicke in die neuere Geschichte in den Medien ironisch mit einem Bezug auf die "Epoca de Aur".
Mittwoch, 11. April 2012
Concediu de crestere copil - nehmen auch rumänische Eltern
Bereits in einem früheren Blogbeitrag habe ich erläutert, dass es sich beim "concediu" um "Urlaub" handelt. Dieses Mal betrifft des den "concediu de crestere copil" und bedeutet einen Urlaub, der Arbeit macht, nämlich "Urlaub, um ein Kind zu erziehen". Das entspricht damit dem deutschen Begriff "Erziehungsurlaub". In diesem Zusammenhang gibt es auch den "concediu de maternitate", den nur die Mutter bekommt und bei dem es sich somit um den "Mutterschaftsurlaub" handelt. Beim Mutterschaftsurlaub wird noch unterschieden zwischen "concediu prenatal", dem "Urlaub vor der Geburt" und dem "concediu postnatal", dem "Urlaub nach der Geburt".
Donnerstag, 5. April 2012
Duminica Floriilor - eröffnet eine Feiertagswoche
Bei "Duminica Floriilor", auch "duminica Stalparilor" oder auch im Volk nur kurz "Floriile" genannt, handelt es sich um den "Palmsonntag". "Duminica" bedeutet "Sonntag", "floriile" (Einzahl: Floare) sind eigentlich "Blumen", so dass wörtlich übersetzt der Tag "Blumentag" heißen müsste. Beim Begriff "duminica Stalparilor" kommt man den Palmen schon etwas näher, denn "stalpar" ist ein "grüner Zweig". Aber wie gesagt, auf der Straße spricht man ohnehin der Einfachheit halber nur von "Floriile", den "Blumen" und man weiß halt eine Woche vor Ostern, was damit gemeint ist.
Dienstag, 6. März 2012
Uniforma şcolară - unnötig für die Persönlichkeit der Kinder
Vermutlich ist leicht zu erraten, was sich unter dem Begriff "Uniforma şcolară" versteckt. Es handelt sich um die "Schuluniform", die zur Zeit in Rumänien die Politik beschäftigt. Die Senatoren der "Unterrichtskommission", auf rumänisch: "Comisia de învăţământ", haben sich nämlich gegen die Einführung von Schuluniformen im obligatorischen allgemeinen Schulunterricht (învăţământul general obligatoriu) ausgesprochen. Sie sind mehrheitlich der Ansicht, dass in diesem Bereich kein Druck auf die Persönlichkeit der Kinder ausgeübt werden soll. Für die Kommission ist es wichtig, dass den Kinder die Werte der Erziehung, Zivilgeist und eine adäquate Vorbereitung als zukünftige Mitglieder der Gesellschaft vermittelt werden.
Uniforma şcolară, interzisă de Senat
Uniforma şcolară, interzisă de Senat
Freitag, 24. Februar 2012
Mişcarea Populară - noch nicht sehr populär in Rumänien
Eine "Mişcarea" ist eine "Bewegung". "Bewegung" im politischen Sinne. Zusammen mit dem Wort "populară" bedeutet es eine "Volksbewegung". Vielleicht übersetzt man es mit der bei uns griffigeren Formulierung "Bürgerbewegung". In Rumänien ergreifen die Bürger und Bürgerinnen allerdings immer noch sehr selten die Initiative. Deshalb verwendet man die "Mişcarea Populară" eher im Sinne eines "breiten Parteienbündnisses" für die Wahlen. In Rumänien sind demnächst Kommunalwahlen und die politischen Parteien suchen nach Wahlbündnissen und da die Bürger das von sich aus nicht anstoßen, muss es von "oben angestoßen" werden. So wiegen sich die Parteien in dem Glauben, dass es sich bei einem "Wahlbündnis" um eine "Volksbewegung" handelt.
Samstag, 18. Februar 2012
"Sînt" oder "sunt" - das Kreuz mit einer Rechtschreibreform
Das Wort "sein", im Rumänischen "a fi" lautet in seiner dritten Person Plural "sunt", "(sie) sind". Eigentlich, denn es gab auch eine andere Schreibweise, die auf "sînt" lautete. Ausgesprochen wird das "î" irgendwo zwischen "ä" und "ö". "Sunt" ist eingeführt worden, weil das näher beim Latein liegt. Einigen Vertretern der "Academia Română", der für die rumänische Sprache zuständigen "Rumänischen Akademie" lag viel daran, einen Nachweis zu führen, dass die Rumänen eher ein römisch geprägtes Volk denn slawischer Herkunft sind. Somit war alles recht, das diesem Nachweis dient, auch das unschuldige "sînt". Erst 1993 ist es den Mitgliedern der Akademie gelungen mehrheitlich die Änderung durchzusetzen. Grundsätzlich ist auch der Buchstabe "î" durch "â" ersetzt worden. Dieses "î" existiert also eigentlich gar nicht mehr im rumänischen Alphabet.
Aber das Volk macht nicht mit. Das Wort wird immer noch wie "sînt" ausgesprochen. Deswegen stellt die Zeitung Adevarul jetzt das Thema zur Diskussion. Ein Kommentar-Schreiber sieht das alles als ein Problem der älteren Generation: "Ich habe das noch mit "î" gelernt, aber ich schreibe das jetzt ohne Probleme mit "â" und verwende "sunt". Die ältere Generation hat sich größtenteils daran gewöhnt, die neue Generation arbeitet zu 100% mit den neuen Regeln. Ich sehe nicht, wo das Problem ist".
Zum Weiterlesen:
După 19 ani de la introducerea cuvântului ”sunt”, românii încă scriu și pronunță ”sînt”
Aber das Volk macht nicht mit. Das Wort wird immer noch wie "sînt" ausgesprochen. Deswegen stellt die Zeitung Adevarul jetzt das Thema zur Diskussion. Ein Kommentar-Schreiber sieht das alles als ein Problem der älteren Generation: "Ich habe das noch mit "î" gelernt, aber ich schreibe das jetzt ohne Probleme mit "â" und verwende "sunt". Die ältere Generation hat sich größtenteils daran gewöhnt, die neue Generation arbeitet zu 100% mit den neuen Regeln. Ich sehe nicht, wo das Problem ist".
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După 19 ani de la introducerea cuvântului ”sunt”, românii încă scriu și pronunță ”sînt”
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Montag, 6. Februar 2012
Un partid la răscruce - politischer Scherbenhaufen
"Un partid la răscruce", "eine Partei am Scheideweg" titeln heute rumänische Medien. "Răscruce" ist eine Kreuzung oder ein Scheideweg. Vor diesem Scheideweg steht "Partidul Democrat Liberal", "die Liberaldemokratische Partei" auch PDL abgekürzt. Die PDL ist die Regierungspartei. Heute ist allerdings der bisherige PDL-Ministerpräsident Emil Boc zurückgetreten. Er ist zurückgetreten heißt auf Rumänisch "a demisionat". Manche sagen aber, dass er von Staatspräsident Traian Basescu zum Rücktritt gezwungen wurde.
Freitag, 27. Januar 2012
Viscol - macht Rumänien schwer zu schaffen
"Viscol" gibt es in der Regel nur im Winter. Es handelt sich um einen "Schneesturm", der viel "zăpadă", "Schnee", mit sich bringt. Rumänien erlebt zur Zeit einen Winter mit Unmengen Schnee. 26 Nationalstrassen (drumuri naţionale) sind zur Zeit blockiert. Bis Samstag gilt noch der "Cod galben", die "gelbe Stufe" des Unwetteralarms.
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Sonntag, 8. Januar 2012
Băieţii deştepţi - verunsichern die rumänische Wirtschaft
Durch die rumänischen Medien geistert in letzter Zeit der Begriff "băieţii deştepţi". Besonders häufig taucht die Bezeichnung bei schrägen Geschäften mit Energie auf. Wörtlich übersetzt heißt das "aufgeweckte Jungs". Die aufgeweckten Jungs sind spezialisiert darauf, den Staat sprich Steuerzahler, auszunehmen. So gelingt es ihnen z.B. mit Scheinfirmen billigen Strom vom Staatsfirmen zu kaufen, den sie dann teuer weiter verkaufen. Ähnliche Geschäfte laufen im Straßenbau und im Gesundheitswesen. Sie haben willige Helfer in den Behörden. Es handelt sich also um eine "ausgeklügelte" Form der Korruption, weswegen wohl die Betrüger als "aufgeweckt" angesehen werden.
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