Vermutlich ist leicht zu erraten, was sich unter dem Begriff "Uniforma şcolară" versteckt. Es handelt sich um die "Schuluniform", die zur Zeit in Rumänien die Politik beschäftigt. Die Senatoren der "Unterrichtskommission", auf rumänisch: "Comisia de învăţământ", haben sich nämlich gegen die Einführung von Schuluniformen im obligatorischen allgemeinen Schulunterricht (învăţământul general obligatoriu) ausgesprochen. Sie sind mehrheitlich der Ansicht, dass in diesem Bereich kein Druck auf die Persönlichkeit der Kinder ausgeübt werden soll. Für die Kommission ist es wichtig, dass den Kinder die Werte der Erziehung, Zivilgeist und eine adäquate Vorbereitung als zukünftige Mitglieder der Gesellschaft vermittelt werden.
Uniforma şcolară, interzisă de Senat
Dienstag, 6. März 2012
Freitag, 24. Februar 2012
Mişcarea Populară - noch nicht sehr populär in Rumänien
Eine "Mişcarea" ist eine "Bewegung". "Bewegung" im politischen Sinne. Zusammen mit dem Wort "populară" bedeutet es eine "Volksbewegung". Vielleicht übersetzt man es mit der bei uns griffigeren Formulierung "Bürgerbewegung". In Rumänien ergreifen die Bürger und Bürgerinnen allerdings immer noch sehr selten die Initiative. Deshalb verwendet man die "Mişcarea Populară" eher im Sinne eines "breiten Parteienbündnisses" für die Wahlen. In Rumänien sind demnächst Kommunalwahlen und die politischen Parteien suchen nach Wahlbündnissen und da die Bürger das von sich aus nicht anstoßen, muss es von "oben angestoßen" werden. So wiegen sich die Parteien in dem Glauben, dass es sich bei einem "Wahlbündnis" um eine "Volksbewegung" handelt.
Samstag, 18. Februar 2012
"Sînt" oder "sunt" - das Kreuz mit einer Rechtschreibreform
Das Wort "sein", im Rumänischen "a fi" lautet in seiner dritten Person Plural "sunt", "(sie) sind". Eigentlich, denn es gab auch eine andere Schreibweise, die auf "sînt" lautete. Ausgesprochen wird das "î" irgendwo zwischen "ä" und "ö". "Sunt" ist eingeführt worden, weil das näher beim Latein liegt. Einigen Vertretern der "Academia Română", der für die rumänische Sprache zuständigen "Rumänischen Akademie" lag viel daran, einen Nachweis zu führen, dass die Rumänen eher ein römisch geprägtes Volk denn slawischer Herkunft sind. Somit war alles recht, das diesem Nachweis dient, auch das unschuldige "sînt". Erst 1993 ist es den Mitgliedern der Akademie gelungen mehrheitlich die Änderung durchzusetzen. Grundsätzlich ist auch der Buchstabe "î" durch "â" ersetzt worden. Dieses "î" existiert also eigentlich gar nicht mehr im rumänischen Alphabet.
Aber das Volk macht nicht mit. Das Wort wird immer noch wie "sînt" ausgesprochen. Deswegen stellt die Zeitung Adevarul jetzt das Thema zur Diskussion. Ein Kommentar-Schreiber sieht das alles als ein Problem der älteren Generation: "Ich habe das noch mit "î" gelernt, aber ich schreibe das jetzt ohne Probleme mit "â" und verwende "sunt". Die ältere Generation hat sich größtenteils daran gewöhnt, die neue Generation arbeitet zu 100% mit den neuen Regeln. Ich sehe nicht, wo das Problem ist".
Zum Weiterlesen:
După 19 ani de la introducerea cuvântului ”sunt”, românii încă scriu și pronunță ”sînt”
Aber das Volk macht nicht mit. Das Wort wird immer noch wie "sînt" ausgesprochen. Deswegen stellt die Zeitung Adevarul jetzt das Thema zur Diskussion. Ein Kommentar-Schreiber sieht das alles als ein Problem der älteren Generation: "Ich habe das noch mit "î" gelernt, aber ich schreibe das jetzt ohne Probleme mit "â" und verwende "sunt". Die ältere Generation hat sich größtenteils daran gewöhnt, die neue Generation arbeitet zu 100% mit den neuen Regeln. Ich sehe nicht, wo das Problem ist".
Zum Weiterlesen:
După 19 ani de la introducerea cuvântului ”sunt”, românii încă scriu și pronunță ”sînt”
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Montag, 6. Februar 2012
Un partid la răscruce - politischer Scherbenhaufen
"Un partid la răscruce", "eine Partei am Scheideweg" titeln heute rumänische Medien. "Răscruce" ist eine Kreuzung oder ein Scheideweg. Vor diesem Scheideweg steht "Partidul Democrat Liberal", "die Liberaldemokratische Partei" auch PDL abgekürzt. Die PDL ist die Regierungspartei. Heute ist allerdings der bisherige PDL-Ministerpräsident Emil Boc zurückgetreten. Er ist zurückgetreten heißt auf Rumänisch "a demisionat". Manche sagen aber, dass er von Staatspräsident Traian Basescu zum Rücktritt gezwungen wurde.
Freitag, 27. Januar 2012
Viscol - macht Rumänien schwer zu schaffen
"Viscol" gibt es in der Regel nur im Winter. Es handelt sich um einen "Schneesturm", der viel "zăpadă", "Schnee", mit sich bringt. Rumänien erlebt zur Zeit einen Winter mit Unmengen Schnee. 26 Nationalstrassen (drumuri naţionale) sind zur Zeit blockiert. Bis Samstag gilt noch der "Cod galben", die "gelbe Stufe" des Unwetteralarms.
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Sonntag, 8. Januar 2012
Băieţii deştepţi - verunsichern die rumänische Wirtschaft
Durch die rumänischen Medien geistert in letzter Zeit der Begriff "băieţii deştepţi". Besonders häufig taucht die Bezeichnung bei schrägen Geschäften mit Energie auf. Wörtlich übersetzt heißt das "aufgeweckte Jungs". Die aufgeweckten Jungs sind spezialisiert darauf, den Staat sprich Steuerzahler, auszunehmen. So gelingt es ihnen z.B. mit Scheinfirmen billigen Strom vom Staatsfirmen zu kaufen, den sie dann teuer weiter verkaufen. Ähnliche Geschäfte laufen im Straßenbau und im Gesundheitswesen. Sie haben willige Helfer in den Behörden. Es handelt sich also um eine "ausgeklügelte" Form der Korruption, weswegen wohl die Betrüger als "aufgeweckt" angesehen werden.
Freitag, 30. Dezember 2011
Petarde de revelion - für ein lärmiges Jahresende
Der Begriff "revelion" steht für "Sylvester", der natürlich als letzter Tag im Jahr auch in Rumänien groß gefeiert wird. Wie in Deutschland neigen auch die Rumänen dazu, das Jahresende mit viel Lärm zu beschließen. Dafür benötigt man "petarde", was auf deutsch "Knaller" heißt. "Petarde de revelion" sind also "Sylvester-Knaller", die man aber auch mit "Feuerwerkskörper für Sylvester" übersetzen könnte. In Rumänien ist das "Knallen" verboten in Menschenansammlungen und in der Nähe von Wohnungen. Zuwiderhandlungen können mit "închisoare", "Gefängnis", bestraft werden.
Mittwoch, 30. November 2011
Superstiții populare - sehr lebendig Ende November
Mit "Superstiții populare" ist der "volkstümliche Aberglaube", der vor allem im ländlichen Rumänien in der Nacht vom 29. auf den 30. November fröhliche Urständ feiert. Es ist die Nacht vor dem Tag des "Sfântului Andrei", des "heiligen Andreas". In dieser Nacht soll viel ungewöhnliches passieren. Die Tiere sprechen untereinander, die Menschen können sie aber nur verstehen, wenn sie gut aufpassen. Es geschehen"farmece", "Wunder". Unverheiratete Mädchen können erfahren, ob sie bald geheiratet werden, wenn sie 41 Samenkörner zwischen die Beine legen. Wenn diese im Laufe der Nacht verschwinden, werden sie bald geehelicht.
Montag, 24. Oktober 2011
Atac cibernetic - macht auch vor Rumänien nicht Halt
Der Direktor des rumänischen Informationsdienstes SRI (ausgeschrieben: Serviciului Român de Informaţii) berichtete vor kurzem in einem Interview, dass Rumänien von einer "atac cibernetic" betroffen war. Wir nennen das "Cyber-Attacke". Das Ziel solcher Attacken sind die "baze de date", die "elektronischen Daten".
Sonntag, 2. Oktober 2011
Încurcat, descurcat - Gemütszustände
Die rumänische Schauspielerin Monica Davidescu gab folgenden Satz von sich, der mein Interesse erregte: "„Aspectul fizic nici nu m-a încurcat, nici nu m-a descurcat“. Besonders reizvoll fand ich die Begriffe "încurcat" und "descurcat". Aber von Anfang an: Monica spricht von der äusseren Erscheinung (aspectul fizic). Diese hat sie bisher überhaupt nicht (nici nu) "durcheinander gebracht" (încurcat), noch hat sie diese in ihren "hellen Momenten" (descurcat) interessiert. Kurzum, ihr Äußeres ist ihr egal.
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