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Freitag, 5. Oktober 2012

Căldura la iarnă - das wird giga

Der Sommer neigt sich zu Ende und etwas ängstlich sieht gerade die Bevölkerung in Bukarest dem Winter entgegen. Die Sorge betrifft die "căldura la iarnă", die "Winterheizung". Große Teile Bukarest werden über Fernheizung versorgt. In kommunistischen Zeiten war das recht preiswert - wenn der große Diktator dem Volk aus Sparsamkeitsgründen nicht gerade das Warmwasser abdrehte -, aber jetzt muss man zahlen dafür. Die Kosten steigen regelmäßig. Deshalb ist es für Bukarester wichtig zu wissen, wieviel sie in diesem Winter pro "Gigacaloria" (Gigakalorie) bezahlen müssen. Die Heizleistung wird nämlich mit diesem Messwert abgerechnet. Die Gigakalorie soll nach Angaben des Oberbürgermeisters in diesem Winter 169,88 Lei (ca. 37 Euro) kosten, obwohl die Produktionskosten bei 328 Lei (72 Euro) liegen sollen. Die Differenz zahlt die Stadt als Subvention.

Mittwoch, 15. August 2012

Adrian Năstase rupe tăcerea - jetzt wird geredet

Adrian Nastase ist ehemaliger Ministerpräsident Rumäniens. Er wurde vor kurzem in einem aufsehenerregenden Prozess wegen Korruption zu 2 Jahren Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Kurz vor Antritt der Strafe hat er einen Selbstmordversuch unternommen. Seit einem Monat sitzt er nun in der Strafanstalt Jilava und es war nichts mehr von ihm zu       hören. Aber jetzt "bricht er sein Schweigen", auf Rumänisch: "rupe tăcerea". Unser Titelsatz heißt also auf Deutsch: "Adrian Nastase bricht das Schweigen". Unter dem Titel "un gand pentru prietenii" (ein Gedanken für Freunde) beschreibt er in seinem Blog "nastase.wordpress.com" seine Gefühle.

Montag, 11. Juni 2012

Copii-sclavi - beschämend

Ein "copil" ist ein "Kind" und "sclav" ist ein Sklave. In der Mehrzahl sind es "copii" und "sclavi". Der zusammengesetzte Begriff lautet also "Kinder-Sklaven". Die rumänischen Medien berichten zur Zeit über vermehrt mit Kindern auf dem Arm auftauchenden Bettlern und Bettlerinnen (cerşetorii). Die Kinder sehen oft bemitleidenswert aus, bekommen nichts zu essen und zu trinken, damit die Angebettelten eher mit dem Geld herausrücken. Eine Bettlerin erklärt, dass diese Methode eine "mina de aur", eine "Goldmine" für sie bedeute. Die so benutzten Kinder fallen somit unter den Begriff "copii-sclavi", weil sie zur Vermehrung der Einkünfte missbraucht werden.

Samstag, 26. Mai 2012

Capul jos de ruşine - wenn man zu offensichtlich trickst

"Capul jos de ruşine" bedeutet, den "Kopf vor Scham senken". "Cap" ist der Kopf, "jos" bedeutet "runter" und "ruşine" ist die "Scham". Somit wörtlich "Kopf runter vor Scham". Der Begriff taucht heute in den rumänischen Medien aus Anlass des ESC, des Eurovision Song Contest, der heute in Baku stattfindet, auf. Und zwar soll eine britische Zeitung berichtet haben, dass Rumänien, das diesen Wettbewerb noch nie gewonnen hat, immer nur drittklassige Leute dahin schicke. Warum? Damit Rumänien nicht die nächste Veranstaltung ausrichten müsse, weil das zuviel Geld koste! Also, liebe Rumänen, schämt euch, "capul jos de ruşine"!

Mittwoch, 21. September 2011

Coşul de solidaritate - eine Geste für die Alten

Die rumänische Regierung hat heute das Programm "Coşul de solidaritate" genehmigt. "Coşul" ist "der Korb" und bei "solidaritate" geht es nicht schwer erkennbar um "Solidarität". Es handelt sich also um den "Solidaritätskorb". Mit diesem Programm will man den Rentnern und Pensionären ermöglichen, Lebensmitteln zu reduzierten Preisen einzukaufen. Allerdings nur für einige Lebensmittel. Das wird im Korb drin sein: făină (Mehl), zahăr (Zucker), ulei (Öl), mălai (Maismehl) und orez (Reis). Da kann man den Rentner und Rentnerinnen nur "Poftă bună" (guten Appetit) wünschen.

Samstag, 5. März 2011

Îngrijire personală - erschwert durch die Wirtschaftskrise

Unter "îngrijire personală" versteht man "persönliche Pflege". Am besten trifft man diesen Begriff mit der deutschen Bezeichnung "Körperpflege". Produkte für die Körperpflege  sind zum Beispiel:  "deodorantele" (Deodorant), "şampon" (Schampon), "pasta de dinţi" (Zahnpasta) und "săpunul de toaletă" (Seife). Die derzeitige Wirtschaftskrise und das damit verbundene Absinken der Einkommen zwingt immer mehr Rumänen bei diesen Produkten den Sparstift anzusetzen. Dagegen legt man mehr Wert auf "îngrijire a locuinţei", die "Haushaltspflege". Hier ist die Nachfrage nicht so stark zurückgegangen.

Dienstag, 28. September 2010

Greva foamei - eine Form des Protestes

"Greva foamei" ist der "Hungerstreik". In Rumänien protestiert zur Zeit eine "Învăţătoare", "Lehrerin" auf diese Art und Weise, weil sie wegen der Sparbeschlüsse der Regierung 25% weniger "salariu", "Lohn", bekommt. Sie hungert seit einem Monat und hat "slăbit peste 10 kilograme", "fast 10 kg abgenommen". Sie ist jetzt "în stare gravă", "in einem lebensgefährlichen Zustand" in das "spital", "Krankenhaus", eingeliefert worden.

Dienstag, 13. Juli 2010

Piţipoanca - Schneewittchen aus dem Mülleimer

Das Wort "Piţipoanca" scheint eine rumänische Neuschöpfung zu sein. Ausgesprochen wird es "Pitzipoanka". Renommierte Sprachlexika kennen das Wort noch gar nicht. Aber jeder Rumäne scheint sich schon mit "Piţipoanca" zu amüsieren. Nach einigen Recherchen neige ich dazu, die "Piţipoanca" als eine jüngere Frau zu bezeichnen, die ein Verhalten an den Tag legt, das man in deutsch einem "Luder" zuschreibt. Im Blickfeld einer "Piţipoanca" stehen "aventură cu un fotbalist", "Abenteuer mit einem Fussballspieler" und Probleme mit "reînnoirea silicoanelor", "der Erneuerung ihrer Silikoneinlagen".

Mittwoch, 26. Mai 2010

Om bogat, om sărac - zwei Welten

"Om bogat" ist ein "reicher Mensch", "om sărac" ein "armer Mensch". Die Zeitung "Adevarul" benutzt diese Schlagzeile, um uns die "höchste Rente", "cea mai mare pensie" und die "niedrigste Rente", "cea mai mica pensie" vorzustellen. Nach dieser Information ist die höchste Rente mit 26.924 Lei dotiert (ca. 6.400 Euro) und die niedrigste mit 233 Lei (ca. 55 Euro).

Sonntag, 23. Mai 2010

Agenţia Naţională pentru Egalitatea de Şanse între femei şi bărbaţi

Die "Agenţia Naţională pentru Egalitatea de Şanse între femei şi bărbaţi", abgekürzt ANES, ist die rumänische "Nationalagentur für Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern". Sie ist dem "Ministerul Muncii, Familiei şi Protecţiei Sociale", dem "Minister für Arbeit, Familie und sozialem Schutz" untergeordnet". Die Agentur ist eine "Regierungsinstitution", "instituţia guvernamentală".

Freitag, 21. Mai 2010

Grevă generală - in diesen Zeiten höchst aktuell

Der "grevă generală" ist der "Generalstreik". Auch die rumänischen "Gewerkschaften", "sindicatele", entsinnen sich derzeit dieses alten Mittels, um politischen Druck zu erzeugen. Er richtet sich gegen die "măsurile de austeritate", "Massnahmen zur Sparsamkeit", der rumänischen Regierung.

Montag, 17. Mai 2010

Let’s Do It Romania - sein Schicksal in die eigenen Hände nehmen

Auch Rumänien kommt nicht ohne Anglizismen aus. Ein Beispiel ist "Let’s Do It Romania", eine Bewegung, die wir "lasst es uns tun, Rumänien" übersetzen würden. Aber natürlich verstehen wir das auch unübersetzt. Die Bewegung "Let’s Do It Romania" hat sich zum Ziel gesetzt, das Land vom "gunoaie", dem "Müll" zu reinigen. Dafür werden "voluntari", "Freiwillige", gesucht. Zuerst soll einmal eine "harta gunoaielor", eine "Müll-Karte" Rumäniens erstellt werden und dann geht es an das Saubermachen. Ich wünsche "multe success!", "viel Erfolg".

Sonntag, 2. Mai 2010

Parc de agrement - da kann man sich austoben

Unter einem "Parc de agrement" versteht man in Rumänien einen "Vergnügungspark". Ein solcher Park dient der "distracție" = "Zerstreuung, Vergnügen". Modernes Rumänisch spricht auch von "entertainment". Das braucht man nicht zu übersetzen, das kennen wir auch aus der "denglischen" Sprache. Das Vergnügen kann man natürlich nur in der "timp liber", der "Freizeit" haben.

Samstag, 1. Mai 2010

Ziua Muncii - Arbeitertag ohne Arbeit

In Rumänien heisst der "Tag der Arbeit" "Ziua Muncii". Der "1 Mai" = "1. Mai" ist auch in Rumänien der Tag der Arbeit. An diesem Tag gibt es viele "marşurile de protest" = "Protestmärsche". Man trifft sich am Ziel zum "mitingul" = "zum Treffen". In der Regel gibt es dann beim "miting" "bere" = "Bier" und "mici" = "Hackfleischröllchen (rum. Nationalgericht)".

Mittwoch, 7. April 2010

Ajutoare sociale - hilfreich, wenn ohne Einkommen

Auch Rumänien kennt "ajutoare sociale", was soviel wie "Sozalhilfe" bedeutet. Angeblich soll es mehr als 50 verschiedene Arten der Sozialhilfe in Rumänien geben. Die wichtigsten sind die Heizkostenhilfe (ajutoare pentru încălzire), Hilfen für den Mutterschaftsurlaub (concediu de maternitate) und das Kindergeld (alocaţii pentru copii).

Freitag, 26. März 2010

Căderea în dizgraţie - das kann die Karriere beenden

"Căderea în dizgraţie" bedeutet "in Ungnade fallen". Zur Zeit fallen die "liderii de sindicat" = "Gewerkschaftsführer" bei ihren Mitgliedern in Ungnade, weil sie "nu le reprezintă interesele" = "nicht ihre Interessen vertreten". Das kann man an der geringen Zahl von "protestatari" = "Protestierenden" sehen, die an "mitinguri" = "Veranstaltungen" der Gewerkschaften teilnehmen.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Job-uri în străinătate

Auch die Rumänen haben ihre Anglizismen. Für "Job-uri" übernehmen wir auch die englische Bezeichung "jobs" für Arbeitsplätze. Da die Rumänen zu Hause zu wenig Job-Angebote bekommen, gehen sie "în străinătate" = ins Ausland. "Străin" bedeutet "fremd, ausländisch" und mit Artikel "străinul" ist es der "Ausländer". Manchmal ist es aber nicht nur das Ausland, wohin sie gehen, sondern gleich die Welt = "lumea" (ohne Artikel: lume).

Unser Titel lautet also: "Jobs im Ausland".

Worterklärungen:
job: Job, Arbeitsplatz
străinătate: Ausland
străin: fremd, ausländisch
lume: Welt