Sonntag, 8. Januar 2012

Băieţii deştepţi - verunsichern die rumänische Wirtschaft

Durch die rumänischen Medien geistert in letzter Zeit der Begriff "băieţii deştepţi". Besonders häufig taucht die Bezeichnung bei schrägen Geschäften mit Energie auf. Wörtlich übersetzt heißt das "aufgeweckte Jungs". Die aufgeweckten Jungs sind spezialisiert darauf, den Staat sprich Steuerzahler, auszunehmen. So gelingt es ihnen z.B. mit Scheinfirmen billigen Strom vom Staatsfirmen zu kaufen, den sie dann teuer weiter verkaufen. Ähnliche Geschäfte laufen im Straßenbau und im Gesundheitswesen. Sie haben willige Helfer in den Behörden. Es handelt sich also um eine "ausgeklügelte" Form der Korruption, weswegen wohl die Betrüger als "aufgeweckt" angesehen werden.

Freitag, 30. Dezember 2011

Petarde de revelion - für ein lärmiges Jahresende

Der Begriff "revelion" steht für "Sylvester", der natürlich als letzter Tag im Jahr auch in Rumänien groß gefeiert wird. Wie in Deutschland neigen auch die Rumänen dazu, das Jahresende mit viel Lärm zu beschließen. Dafür benötigt man "petarde", was auf deutsch "Knaller" heißt. "Petarde de revelion" sind also "Sylvester-Knaller", die man aber auch mit "Feuerwerkskörper für Sylvester" übersetzen könnte. In Rumänien ist das "Knallen" verboten in Menschenansammlungen und in der Nähe von Wohnungen. Zuwiderhandlungen können mit "închisoare", "Gefängnis", bestraft werden.

Mittwoch, 30. November 2011

Superstiții populare - sehr lebendig Ende November

Mit "Superstiții populare" ist der "volkstümliche Aberglaube", der vor allem im ländlichen Rumänien in der Nacht vom 29. auf den 30. November fröhliche Urständ feiert. Es ist die Nacht vor dem Tag des "Sfântului Andrei", des "heiligen Andreas". In dieser Nacht soll viel ungewöhnliches passieren. Die Tiere sprechen untereinander, die Menschen können sie aber nur verstehen, wenn sie gut aufpassen. Es geschehen"farmece", "Wunder". Unverheiratete Mädchen können erfahren, ob sie bald geheiratet werden, wenn sie 41 Samenkörner zwischen die Beine legen. Wenn diese im Laufe der Nacht verschwinden, werden sie bald geehelicht.

Montag, 24. Oktober 2011

Atac cibernetic - macht auch vor Rumänien nicht Halt

Der Direktor des rumänischen Informationsdienstes SRI (ausgeschrieben: Serviciului Român de Informaţii) berichtete vor kurzem in einem Interview, dass Rumänien von einer "atac cibernetic" betroffen war.  Wir nennen das "Cyber-Attacke".  Das Ziel solcher Attacken sind die "baze de date", die "elektronischen Daten".

Sonntag, 2. Oktober 2011

Încurcat, descurcat - Gemütszustände

Die rumänische Schauspielerin Monica Davidescu gab folgenden Satz von sich, der mein Interesse erregte: "„Aspectul fizic nici nu m-a încurcat, nici nu m-a descurcat“. Besonders reizvoll fand ich die Begriffe "încurcat" und "descurcat". Aber von Anfang an: Monica spricht von der äusseren Erscheinung (aspectul fizic). Diese hat sie bisher überhaupt nicht (nici nu) "durcheinander gebracht" (încurcat), noch hat sie diese in ihren "hellen Momenten" (descurcat) interessiert. Kurzum, ihr Äußeres ist ihr egal.

Mittwoch, 21. September 2011

Coşul de solidaritate - eine Geste für die Alten

Die rumänische Regierung hat heute das Programm "Coşul de solidaritate" genehmigt. "Coşul" ist "der Korb" und bei "solidaritate" geht es nicht schwer erkennbar um "Solidarität". Es handelt sich also um den "Solidaritätskorb". Mit diesem Programm will man den Rentnern und Pensionären ermöglichen, Lebensmitteln zu reduzierten Preisen einzukaufen. Allerdings nur für einige Lebensmittel. Das wird im Korb drin sein: făină (Mehl), zahăr (Zucker), ulei (Öl), mălai (Maismehl) und orez (Reis). Da kann man den Rentner und Rentnerinnen nur "Poftă bună" (guten Appetit) wünschen.

Montag, 19. September 2011

Hoţii de păduri - schaden dem Wald

Den Begriff "hoţ" habe ich bereits einmal erläutert. Es ist der Dieb und in Mehrzahl sind es "hoţii", "Diebe". Beim Begriff "Hoţii de păduri" geht es um eine besondere Art des Diebstahls, denn "pădure" bedeutet "Wald". Es handelt sich also um "Walddiebe". Da man aber nicht so einfach einen Wald klauen kann, übersetzt man den Begriff besser mit "Holzdiebe". Sie werden auch "jefuitorii de lemne" genannt, wobei "lemne" für Holz steht und "jefuitorii" für "Diebe" oder "Räuber". Auf jeden Fall macht diese Art des Diebstahls den rumänischen Behörden sehr zu schaffen. Der großangelegte Holzdiebstahl hat im Land System und auf diese Weise werden Rumäniens Wälder gefährlich dezimiert. Man schätzt, dass nur 1% der Holzdiebe zur Rechenschaft gezogen und verurteilt wird.

Samstag, 20. August 2011

Cod Rutier - regelt den Verkehr

"Codul Rutier" ist das rumänische "Verkehrsgesetzbuch", wörtlich "Straßen-Gesetzbuch". Es dürfte inhaltlich unserer Straßenverkehrsordnung (StVO) entsprechen. In diesem Zusammenhang wird auch vom "regimul rutier" gesprochen, was "Verkehrsregelung" bedeutet. Die rumänische Straßenverkehrsordnung soll nach Ankündigung des Chefs der rumänischen Polizei geändert werden. Den rumänischen "şoferii", "Autofahrern oder Chauffeuren" drohen dann für Verkehrsvergehen verschärfte "amenzile", "Bussen".

Mittwoch, 3. August 2011

Economat - zurück in alte Zeiten

Das Wort "Economat" definiert das rumänische Wörterbuch Dex-Online wie folgt: "Laden für Güter des täglichen Gebrauchs innerhalb eines Unternehmens oder einer Institution zur Versorgung seiner Beschäftigten mit den Mitteln für den Grundbedarf". In früheren kommunistischen Zeiten waren solche Geschäfte in Rumänien üblich. Jetzt haben einige Politiker auf Grund der Auswirkungen der derzeitigen Wirtschaftskrise die erneute Einrichtung solcher Geschäfte ins Gespräch gebracht. Staatspräsident Traian Basescu geißelt diese Vorschläge allerdings als "populismul", "Populismus".

Dienstag, 19. Juli 2011

Titularizare - schwache Kandidaten

Das rumänische Erziehungsministerium definiert das Wort "Titularizare" wie folgt: Einheitlicher
nationaler Wettbewerb (concursul naţional unic) für die Besetzung der offenen Posten in der voruniversitären Lehre (învăţământul preuniversitar) des Staates. Damit sollen also Lehrer für die offenen Stellen ausgesucht werden. Die Ausgewählten werden dann für den jeweiligen Posten ernannt, was man dann "titularizare" nennt. Zur Zeit läuft dieser Wettbewerb in Rumänien und die Leistungen der Kandidaten/Kandidatinnen scheint wenig erfreulich zu sein. Eine rumänische Zeitung meint heute, dass das Resultat ein "dezastru", also ein "Desaster", bezüglich der Qualifikation der Kandidaten/ Kandidatinnen sei.