Das Wort "sein", im Rumänischen "a fi" lautet in seiner dritten Person Plural "sunt", "(sie) sind". Eigentlich, denn es gab auch eine andere Schreibweise, die auf "sînt" lautete. Ausgesprochen wird das "î" irgendwo zwischen "ä" und "ö". "Sunt" ist eingeführt worden, weil das näher beim Latein liegt. Einigen Vertretern der "Academia Română", der für die rumänische Sprache zuständigen "Rumänischen Akademie" lag viel daran, einen Nachweis zu führen, dass die Rumänen eher ein römisch geprägtes Volk denn slawischer Herkunft sind. Somit war alles recht, das diesem Nachweis dient, auch das unschuldige "sînt". Erst 1993 ist es den Mitgliedern der Akademie gelungen mehrheitlich die Änderung durchzusetzen. Grundsätzlich ist auch der Buchstabe "î" durch "â" ersetzt worden. Dieses "î" existiert also eigentlich gar nicht mehr im rumänischen Alphabet.
Aber das Volk macht nicht mit. Das Wort wird immer noch wie "sînt" ausgesprochen. Deswegen stellt die Zeitung Adevarul jetzt das Thema zur Diskussion. Ein Kommentar-Schreiber sieht das alles als ein Problem der älteren Generation: "Ich habe das noch mit "î" gelernt, aber ich schreibe das jetzt ohne Probleme mit "â" und verwende "sunt". Die ältere Generation hat sich größtenteils daran gewöhnt, die neue Generation arbeitet zu 100% mit den neuen Regeln. Ich sehe nicht, wo das Problem ist".
Zum Weiterlesen:
După 19 ani de la introducerea cuvântului ”sunt”, românii încă scriu și pronunță ”sînt”
Samstag, 18. Februar 2012
Montag, 6. Februar 2012
Un partid la răscruce - politischer Scherbenhaufen
"Un partid la răscruce", "eine Partei am Scheideweg" titeln heute rumänische Medien. "Răscruce" ist eine Kreuzung oder ein Scheideweg. Vor diesem Scheideweg steht "Partidul Democrat Liberal", "die Liberaldemokratische Partei" auch PDL abgekürzt. Die PDL ist die Regierungspartei. Heute ist allerdings der bisherige PDL-Ministerpräsident Emil Boc zurückgetreten. Er ist zurückgetreten heißt auf Rumänisch "a demisionat". Manche sagen aber, dass er von Staatspräsident Traian Basescu zum Rücktritt gezwungen wurde.
Freitag, 27. Januar 2012
Viscol - macht Rumänien schwer zu schaffen
"Viscol" gibt es in der Regel nur im Winter. Es handelt sich um einen "Schneesturm", der viel "zăpadă", "Schnee", mit sich bringt. Rumänien erlebt zur Zeit einen Winter mit Unmengen Schnee. 26 Nationalstrassen (drumuri naţionale) sind zur Zeit blockiert. Bis Samstag gilt noch der "Cod galben", die "gelbe Stufe" des Unwetteralarms.
Sonntag, 8. Januar 2012
Băieţii deştepţi - verunsichern die rumänische Wirtschaft
Durch die rumänischen Medien geistert in letzter Zeit der Begriff "băieţii deştepţi". Besonders häufig taucht die Bezeichnung bei schrägen Geschäften mit Energie auf. Wörtlich übersetzt heißt das "aufgeweckte Jungs". Die aufgeweckten Jungs sind spezialisiert darauf, den Staat sprich Steuerzahler, auszunehmen. So gelingt es ihnen z.B. mit Scheinfirmen billigen Strom vom Staatsfirmen zu kaufen, den sie dann teuer weiter verkaufen. Ähnliche Geschäfte laufen im Straßenbau und im Gesundheitswesen. Sie haben willige Helfer in den Behörden. Es handelt sich also um eine "ausgeklügelte" Form der Korruption, weswegen wohl die Betrüger als "aufgeweckt" angesehen werden.
Freitag, 30. Dezember 2011
Petarde de revelion - für ein lärmiges Jahresende
Der Begriff "revelion" steht für "Sylvester", der natürlich als letzter Tag im Jahr auch in Rumänien groß gefeiert wird. Wie in Deutschland neigen auch die Rumänen dazu, das Jahresende mit viel Lärm zu beschließen. Dafür benötigt man "petarde", was auf deutsch "Knaller" heißt. "Petarde de revelion" sind also "Sylvester-Knaller", die man aber auch mit "Feuerwerkskörper für Sylvester" übersetzen könnte. In Rumänien ist das "Knallen" verboten in Menschenansammlungen und in der Nähe von Wohnungen. Zuwiderhandlungen können mit "închisoare", "Gefängnis", bestraft werden.
Mittwoch, 30. November 2011
Superstiții populare - sehr lebendig Ende November
Mit "Superstiții populare" ist der "volkstümliche Aberglaube", der vor allem im ländlichen Rumänien in der Nacht vom 29. auf den 30. November fröhliche Urständ feiert. Es ist die Nacht vor dem Tag des "Sfântului Andrei", des "heiligen Andreas". In dieser Nacht soll viel ungewöhnliches passieren. Die Tiere sprechen untereinander, die Menschen können sie aber nur verstehen, wenn sie gut aufpassen. Es geschehen"farmece", "Wunder". Unverheiratete Mädchen können erfahren, ob sie bald geheiratet werden, wenn sie 41 Samenkörner zwischen die Beine legen. Wenn diese im Laufe der Nacht verschwinden, werden sie bald geehelicht.
Montag, 24. Oktober 2011
Atac cibernetic - macht auch vor Rumänien nicht Halt
Der Direktor des rumänischen Informationsdienstes SRI (ausgeschrieben: Serviciului Român de Informaţii) berichtete vor kurzem in einem Interview, dass Rumänien von einer "atac cibernetic" betroffen war. Wir nennen das "Cyber-Attacke". Das Ziel solcher Attacken sind die "baze de date", die "elektronischen Daten".
Sonntag, 2. Oktober 2011
Încurcat, descurcat - Gemütszustände
Die rumänische Schauspielerin Monica Davidescu gab folgenden Satz von sich, der mein Interesse erregte: "„Aspectul fizic nici nu m-a încurcat, nici nu m-a descurcat“. Besonders reizvoll fand ich die Begriffe "încurcat" und "descurcat". Aber von Anfang an: Monica spricht von der äusseren Erscheinung (aspectul fizic). Diese hat sie bisher überhaupt nicht (nici nu) "durcheinander gebracht" (încurcat), noch hat sie diese in ihren "hellen Momenten" (descurcat) interessiert. Kurzum, ihr Äußeres ist ihr egal.
Mittwoch, 21. September 2011
Coşul de solidaritate - eine Geste für die Alten
Die rumänische Regierung hat heute das Programm "Coşul de solidaritate" genehmigt. "Coşul" ist "der Korb" und bei "solidaritate" geht es nicht schwer erkennbar um "Solidarität". Es handelt sich also um den "Solidaritätskorb". Mit diesem Programm will man den Rentnern und Pensionären ermöglichen, Lebensmitteln zu reduzierten Preisen einzukaufen. Allerdings nur für einige Lebensmittel. Das wird im Korb drin sein: făină (Mehl), zahăr (Zucker), ulei (Öl), mălai (Maismehl) und orez (Reis). Da kann man den Rentner und Rentnerinnen nur "Poftă bună" (guten Appetit) wünschen.
Montag, 19. September 2011
Hoţii de păduri - schaden dem Wald
Den Begriff "hoţ" habe ich bereits einmal erläutert. Es ist der Dieb und in Mehrzahl sind es "hoţii", "Diebe". Beim Begriff "Hoţii de păduri" geht es um eine besondere Art des Diebstahls, denn "pădure" bedeutet "Wald". Es handelt sich also um "Walddiebe". Da man aber nicht so einfach einen Wald klauen kann, übersetzt man den Begriff besser mit "Holzdiebe". Sie werden auch "jefuitorii de lemne" genannt, wobei "lemne" für Holz steht und "jefuitorii" für "Diebe" oder "Räuber". Auf jeden Fall macht diese Art des Diebstahls den rumänischen Behörden sehr zu schaffen. Der großangelegte Holzdiebstahl hat im Land System und auf diese Weise werden Rumäniens Wälder gefährlich dezimiert. Man schätzt, dass nur 1% der Holzdiebe zur Rechenschaft gezogen und verurteilt wird.
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