Freitag, 20. Juni 2014

Mită-craţia - die Herrschaft der Korrupten

Das Wort "Mită" habe ich bereits einmal vorgestellt.  Das Wort ist in der rumänischen Öffentlichkeit allgegenwärtig und bedeutet "Bestechungsgeld". Da der Kampf gegen die Korruption einem Kampf gegen die Windmühlen gleicht, gibt es inzwischen die neue rumänische Wortschöpfung der "Mită-craţia", was man in etwa mit der "Herrschaft der Korrupten" übersetzen könnte. Diese "Mită-craţia" verhindert, dass die Erfolge gegen die Korruption verschwindend gering sind.
Der Journalist Vasile Ernu versucht das Funktionieren der Korruption in Kürze zu erklären: "Warum gibt es Bestechungsgeld? Aus dem einfachen Grund, weil das Bestechungsgeld eine der wichtigsten sozialen Verbindungen und Elemente einer strukturierten und sozial hierarchischen Gesellschaft wie der rumänischen ist."

De ce mita? Din simplul motiv că mita este unul dintre liantele sociale şi elementele cele mai importante ale unei societăţi structurate şi ierarhizate social aşa cum este România.

Citeste mai mult: adev.ro/n7gk5u
De ce mita? Din simplul motiv că mita este unul dintre liantele sociale şi elementele cele mai importante ale unei societăţi structurate şi ierarhizate social aşa cum este România.

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Montag, 20. Januar 2014

Cuvintele încrucişate - auch die Rumänen rätseln gerne auf diese Weise

"Cuvintele încrucişate" ist der rumänische Begriff für "Kreuzworträtsel". Die Zahl der Kreuzworträtsel-Liebhaber ist sehr groß in Rumänien. Im Land gibt es etwa 50 Zeitschriften mit einer Auflage von insgesamt etwa 500.000 Exemplaren, die sich alleine dieser Art des Rätsels widmen. Zur Zeit der kommunistischen Diktatur gab es nur die Zeitschrift "Rebus", die sich ausschließlich dem Kreuzworträtsel widmete und eine Auflage von 800.000 Exemplaren hatte. Kreuzworträtsel-Löser werden deshalb auch "rebusist" genannt. In Rumänien ist zu hören, dass noch nie ein Kreuzworträtsel-Spieler einen Hirnschlag erleiden musste.

Dienstag, 12. November 2013

CNIPMMR - Hoffnung für Rumäniens Wirtschaft

"CNIPMMR" ist die Abkürzung für "Consiliul Naţional al Întreprinderilor Private Mici şi Mijlocii din România" und das bedeutet übersetzt "Nationalrat der kleinen und mittleren Privatunternehmen Rumäniens".  "Întreprindere" ist ein Unternehmen und "mici" steht für "klein", "mijloc" für "mittlere". Der "Consiliul Naţional", "Nationalrat", wurde 1992 als Bund rumänischer Arbeitgeber gegründet und ist anders als der Name suggeriert eine unabhängige (independentă), gemeinnützige (non-profit), regierungsunabhängige (neguvernamentală), unpolitische (apolitică) Organisation. In den rumänischen Medien wird auch die Abkürzung IMM für "kleinere und mittlere Unternehmen" benutzt.

Dienstag, 5. November 2013

CAS - wichtig für die Gesundheit und das Alter

"CAS" ist die Abkürzung für "contribuţia de asigurări sociale". Übersetzt bedeutet das "Beitrag zur Sozialversicherung". Bei der Abkürzung "CASS" handelt es sich um eine Präzisierung, das zweite "S" steht für "sănătate", was "Gesundheit" bedeutet. Bei CASS handelt es sich also um den "Beitrag zur Krankenversicherung". Der "CAS" wird aufgeteilt auf "angajaţi" (Beschäftigte) und "angajatori" (Arbeitgeber). Es gibt auch noch die Abkürzung "CNAS", ausgeschrieben "Casa Naţională de Asigurări de Sănătate". Dabei handelt es sich um die "Nationale Kasse für die Krankenversicherung", also die Institution die ein Teil der Beiträge verwaltet.

Die rumänische Regierung hat die Absicht, den "CAS" zu senken. Zur Zeit ist der Weltwährungsfonds (IWF) in Rumänien, um das Haushaltsgebaren der Regierung zu kontrollieren. Dabei bemängelte der IWF, dass die Absenkung des CAS nicht im Haushaltsplan der rumänischen Regierung erscheint.

Samstag, 2. November 2013

Romgliş - Zwillingsbruder von Denglisch

Der Journalist Dan Caragea nimmt sich in der Zeitung Adevarul einer Sitte oder Unsitte - ganz nach Standpunkt - an, die wir hierzulande mit "denglisch" umschreiben. Es geht um die Anreichung der nationalen Sprache mit Anglizismen. In Rumänien nennt man das neue Sprachprodukt "romgliş" (romglisch ausgesprochen) und meint damit die mit englischen Vokabeln angereicherte rumänische Sprache. Caragea schreibt, dass er nichts gegen Veränderungen in der Sprache habe, aber er wendet sich  gegen den Missbrauch und die Entlehnung von Ausdrücken ohne Sinn, die nicht die Sprache bereichere, sondern sie verunstalte. Anstelle von "romgliş" wird auch "romgleză" benutzt.

Ce vrei, domne, ui spic romgliş!

Montag, 19. August 2013

Bemweuri şi merţane - erhöhen das Prestige

"Bemweuri şi merţane" sind Prestigesymbole auf 4 Rädern. Wer ein solches Auto besitzt gilt in Rumänien als vermögend. Beim "bemweuri" handelt es sich um Fahrzeuge der Marke "BMW" und zwar in der Mehrzahl also "BMWs". Das Wörtchen "şi" bedeutet "und". Es ist unschwer zu erraten, dass es sich dann bei "merţane" um "Mercedesse" handelt. Ein "merţan", ausgesprochen "mertzan", ist ein einzelner Mercedes. Ist man in Rumänien Besitzer eines Fahrzeugs dieser Marken, dann gilt man als äußerst wohlhabend.

Mittwoch, 31. Juli 2013

CFR Marfă - wartet auf die Privatisierung

Die Abkürzung "CFR" steht für "Căile Ferate Române" und dies bedeutet wiederum "Rumänische Eisenbahn". Es ist die Abkürzung für die rumänische Staatsbahn. Der rumänische Staat ist dabei, seine Bahn aufzusplittern und in Einzelstücken zu "privatisieren", was man auf rumänisch "privatizare" nennt. "Marfă" steht für "Ware, Güter" deshalb ist unschwer zu erkennen, dass es bei "CFR Marfă" um die "Güterbahn" geht. Diese Sparte befindet sich zur Zeit im Privatisierungsverfahren und hat bereits für einigen Ärger gesorgt, weil sich der Ministerpräsident und der Staatspräsident über die Art und Weise der Privatisierung nicht einigen können.

Montag, 6. Mai 2013

Wegen zuviel Natriumhydrogencarbonat keine Micii mehr?

"Micii" oder "Mititei" gehören zum festen Bestandteil des Angebots rumänischer Imbissbuden. Es handelt sich um Hackfleischröllchen ähnlich den Cevapcici in Serbien. Die EU will jetzt deren Vermarktung aus Gründen des Verbraucherschutzes verbieten. Deswegen macht sich in Rumänien blankes Entsetzen bereit, denn auf dieses Nationalgericht will man nicht gerne verzichten. Die EU will den "micii" ans Leder, weil ihnen Natriumhydrogencarbonat, auf rumänisch "Bicarbonatul de sodiu", beigefügt wird. Ministerpräsident Ponta beruhigt nun das Volk: "Noi ne luptăm, salvăm micii de CE." Damit will er sagen "Wir werden kämpfen, die "micii" vor der EU retten." Das Rezept für die "micii" soll als traditionelles Volksrezept anerkannt werden, damit die Rumänen sich weiterhin mit ihnen den Magen verderben können.

Samstag, 13. April 2013

Parteneriat civil între persoane de acelaşi sex - eine Revolution für Rumänien

Es hört sich nach Behörden-Rumänisch an, das "parteneriat civil între persoane de acelaşi sex". Wörtlich handelt es um eine "zivile Partnerschaft zwischen Personen gleichen Geschlechts". Rumäniens Gesellschaft war bisher eher homophob eingestellt. Homosexuelle wurden bis vor kurzem staatlicherseits verfolgt. Jetzt bricht der Abgeordnete der Parteienbündnisses USL, Remus Cernea, das Tabu und verlangt eine gesetzliche Regelung für gleichgeschlechtliche Paare. Gleichzeitig fordert er auch für heterosexuelle Paare, die nicht heiraten wollen, die Einrichtung einer zivilen Partnerschaft. In diesem Fall geht es vor allem darum, solche Partner rechtlich abzusichern, z.B. Todesfällen.

Donnerstag, 4. April 2013

Spălării de bani - im Namen des Kreuzes

"Spălăre" (in Mehrzahl "spălării") ist die Wäsche und "bani", das ist das "Geld". Es geht also um "Geldwäsche". In Oradea (Großwardein) ist jetzt die "stareţa" (Äbtin) eines Frauenklosters mit einer Gruppe anderer Menschen wegen Verdacht der Geldwäsche vernommen worden. Die Geldwäsche soll über die Konten des Klosters erfolgt sein. Das zieht meist auch noch einen anderen Vorwurf nach sich, den der "Steuerhinterziehung", den man in Rumänien "evaziune fiscală" nennt.