Freitag, 30. November 2012

Arcul de Triumf - steht morgen im Mittelpunkt

Der "Arc de Triumf", mit Artikel nennt er sich "Arcul de Triumf", steht in Bukarest an zentraler Stelle in der Nähe des Herastrau-Parkes. Es handelt sich um ein Denkmal wie manche sicher richtig getippt haben. Auf deutsch nennt er sich "Triumphbogen". Er ist ein getreue Nachbildung des Triumphbogens von Paris und stammt noch aus einer Zeit, in der Bukarest "Paris des Ostens" genannt wurde. Dieser Triumphbogen steht morgen im Mittelpunkt der Feierlichkeiten zum rumänischen Nationalfeiertag (Ziua Naţionale). Rund  um ihn wird eine "parada militară" stattfinden.  Aus diesem Anlass erfolgt auch die "intonarea Imnului României", das "Anstimmen der Hymne Rumäniens".

Donnerstag, 8. November 2012

România puternică - von Politikern hochgeputschtes Rumänien

Das Wort "puternic" bedeutet "mächtig" und zwar im Sinne von "vor Kraft strotzend". "România puternică" ist demzufolge ein "vor Kraft strotzendes Rumänien". Dies will im beginnenden Wahlkampf für das Parlament und den Senat die derzeitige Regierungspartei USL dem Volk in ihrem "programul de guvernare" (Regierungsprogramm) suggerieren. "USL" ist übrigens die Abkürzung für "Uniunea social liberala" und bedeutet "Sozialliberale Union".

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Cauciucurile de iarnă - für Autofahrer drohen neue Ausgaben

Der Winter schleicht sich doch immer mehr in die Berichte der rumänischen Medien. Dieses Mal sind es die "cauciucurile de iarnă", die ab 1. November in Rumänien Pflicht sind. Oder doch nicht? Man ahnt es, es geht um die "Winterreifen". Es gibt in Rumänien seit vergangenem Jahr ein Gesetz, das der Volksmund "lege cauciucurilor de iarnă", "Winterreifengesetz" nennt. Bereits im vergangenen Jahr gab es ein höllisches Durcheinander, ob ab 1. November jeweils zwingend Winterreifen aufgezogen werden müssen. Die Medien klären jetzt im Hinblick auf den herannahenden Monat November wieder auf: Nein, sie müssen nicht zwingend aufgezogen werden. Nur wenn die Straßen mit "zăpadă" (Schnee), "gheaţă" (Eis) oder "polei" (Glätte) bedeckt sind, muss man Winterreifen an seinem Auto haben, wenn man das Fahrzeug bewegen will.

Siehe auch:
Cauciuc de vară - nicht für den Winter

Freitag, 5. Oktober 2012

Căldura la iarnă - das wird giga

Der Sommer neigt sich zu Ende und etwas ängstlich sieht gerade die Bevölkerung in Bukarest dem Winter entgegen. Die Sorge betrifft die "căldura la iarnă", die "Winterheizung". Große Teile Bukarest werden über Fernheizung versorgt. In kommunistischen Zeiten war das recht preiswert - wenn der große Diktator dem Volk aus Sparsamkeitsgründen nicht gerade das Warmwasser abdrehte -, aber jetzt muss man zahlen dafür. Die Kosten steigen regelmäßig. Deshalb ist es für Bukarester wichtig zu wissen, wieviel sie in diesem Winter pro "Gigacaloria" (Gigakalorie) bezahlen müssen. Die Heizleistung wird nämlich mit diesem Messwert abgerechnet. Die Gigakalorie soll nach Angaben des Oberbürgermeisters in diesem Winter 169,88 Lei (ca. 37 Euro) kosten, obwohl die Produktionskosten bei 328 Lei (72 Euro) liegen sollen. Die Differenz zahlt die Stadt als Subvention.

Samstag, 22. September 2012

Cameră de supraveghere - damit nichts unentdeckt bleibt

Mit der "cameră de supraveghere" überwachen auch rumänische Bürger und Behörden ihre Landsleute, damit nichts unrechtes unerkannt bleibt. Es handelt sich also bei diesem Begriff um einen "Überwachungskamera". Man kann seine Wohnung aber auch mit einem "sistem de supraveghere video" (Videoüberwachungssystem) ausrüsten. Dieser Tage hat die Bürgermeisterin von Craiova in ihrem Büro eine Überwachungskamera installieren lassen und über Facebook dem rumänischen Inlandsgeheimdienst mitgeteilt, dass sie diese Kamera nutzen könnten, damit sie sie nicht mehr abhören brauchen. Vom Geheimdienst war dazu keine Stellungnahme zu erhalten.

Dienstag, 4. September 2012

Toleranţă zero - demnächst auf rumänischen Straßen

Unter "Toleranţă zero" versteht man "Toleranz Null" bei uns auch unter dem Begriff "Nulltoleranz" bekannt. Die erste Hälfte dieses Monats steht für die Straßen der rumänischen Hauptstadt unter diesem Motto. Und zwar geht es darum, dass die "Polizisten gegenüber den Autofahrern" (poliţiştii faţă de şoferii) besonders intensiv auf diejenigen Fahrer  achten, die "Fußgängern auf kenntlich gemachten Fußgängerstreifen keinen Vorrang einräumen" (nu acordă prioritate de trecere pietonilor aflaţi în traversare prin locurile special amenajate şi semnalizate). "Pietoni" werden die "Fußgänger" in Rumänien genannt. Die Aktion ist in höchstem Masse begrüßenswert, da bisher Fußgänger auf sStraßen Freiwild für Autofahrer waren. Die Strafen (amendă) werden hoffentlich weh tun: 280 bis 350 Lei (63 bis 75 Euro) und 30 Tage Fahrverbot.

Mittwoch, 15. August 2012

Adrian Năstase rupe tăcerea - jetzt wird geredet

Adrian Nastase ist ehemaliger Ministerpräsident Rumäniens. Er wurde vor kurzem in einem aufsehenerregenden Prozess wegen Korruption zu 2 Jahren Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Kurz vor Antritt der Strafe hat er einen Selbstmordversuch unternommen. Seit einem Monat sitzt er nun in der Strafanstalt Jilava und es war nichts mehr von ihm zu       hören. Aber jetzt "bricht er sein Schweigen", auf Rumänisch: "rupe tăcerea". Unser Titelsatz heißt also auf Deutsch: "Adrian Nastase bricht das Schweigen". Unter dem Titel "un gand pentru prietenii" (ein Gedanken für Freunde) beschreibt er in seinem Blog "nastase.wordpress.com" seine Gefühle.

Freitag, 6. Juli 2012

Puci prin decret - droht den Rumänen

Das Wort "puci" hört sich auf deutsch ausgesprochen "putzig" an. Die Rumänen sprechen es aber ganz anders aus und zwar so, dass wir es sofort verstehen: "Putsch". Rumänische Medien sprechen über die derzeitigen politischen Wirren in Bukarest von einem "Putsch", der "prin decret" (durch Gesetz oder Verordnung) erfolgt. Die Regierung will nämlich den Präsidenten seines Amtes entheben, was auf rumänisch "suspendare" heißt. Sie tut es, indem sie schnell ein paar Verordnungen erlässt, die ein Amtsenthebungsverfahren erleichtern. Deshalb wird von einem "puci prin decret", einem "Putsch per Verordnung", gesprochen.

Montag, 2. Juli 2012

CNATDCU - verleiht Titel

Die Abkürzung CNATDCU steht für "Consiliul Naţional de Atestare a Titlurilor, Diplomelor şi Certificatelor Universitare". Übersetzt lautet diese Bezeichnung "Nationalrat für die Verleihung von Titeln, Diplome und Universitätszeugnisse". Bei den "Titeln" (Titlu) geht es auch um den Doktortitel, der an den Universitäten verliehen wird. Der CNATDCU steht zur Zeit im Blickpunkt der Öffentlichkeit, weil der derzeitige rumänische Ministerpräsident Victor Ponta seine Doktorarbeit größtenteils abgeschrieben haben soll. Auf rumänisch sagt man dazu "a plagiat în lucrarea sa de doctorat". "Abschreiben oder volkstümlicher abkupfern" wird also mit "a plagiat" umschrieben und die "lucrearea de doctorat" ist die "Doktorarbeit". Der CNATDCU hat jetzt entschieden, dass die Doktorarbeit des Ministerpräsidenten tatsächlich ein Plagiat ist und hat dem Erziehungsministerium auferlegt, ihm den Doktortitel zu entziehen (retragere a titlului de doctor).

Montag, 11. Juni 2012

Copii-sclavi - beschämend

Ein "copil" ist ein "Kind" und "sclav" ist ein Sklave. In der Mehrzahl sind es "copii" und "sclavi". Der zusammengesetzte Begriff lautet also "Kinder-Sklaven". Die rumänischen Medien berichten zur Zeit über vermehrt mit Kindern auf dem Arm auftauchenden Bettlern und Bettlerinnen (cerşetorii). Die Kinder sehen oft bemitleidenswert aus, bekommen nichts zu essen und zu trinken, damit die Angebettelten eher mit dem Geld herausrücken. Eine Bettlerin erklärt, dass diese Methode eine "mina de aur", eine "Goldmine" für sie bedeute. Die so benutzten Kinder fallen somit unter den Begriff "copii-sclavi", weil sie zur Vermehrung der Einkünfte missbraucht werden.