Mittwoch, 30. Dezember 2015

CNADNR - soll dafür sorgen, dass in Rumänien der Verkehr rollt

CNADNR ist die Abkürzung für "Compania Nationala de Autostrazi si Drumuri Nationale din Romania". Übersetzt nennt sich diese Behörde "Gesellschaft für Autobahnen und Nationalstraßen". "Autostrada", in der Mehrzahl "autostrazi" ist die Autobahn bzw. Autobahnen. "Drum" (Mehrzahl: drumuri) steht für Straße, ein schönes Wort wie ich finde. "Drum bun" heißt demzufolge auch "Gute Fahrt" und das steht oft an Ausfahtsschildern rumäninscher Ortschaften.
Hauptaufgaben der CNADNR ist die Entwicklung eines Autobahnnetzes, den Aufbau eines Netzes an "Express-Straßen" (drumuri expres) und die Entwicklung von Ortsumfahrten (variante ocolitoare) und Umgehungsstraßen (centuri) für größere Städte.

Sonntag, 15. November 2015

Cult musulman - gehört zu Rumänien

"Cult musulman" ist die "islamische Religion". In Rumänien gibt es seit alters her in der Dobrudscha eine türkische Minderheit islamischen Glaubens. Es gibt einen "Şeful Cultului Musulman din România" auf deutsch "Leiter der islamischen Religion von Rumänien. Er wird "mufti" genannt. Es gibt ein gesetzliche festgelegtes "Statutul Cultului Musulman", "Statut der islamischen Religion".

Muftiatul Cultului Musulman din Romania

Dienstag, 22. September 2015

Criza imigranților - beschäftigt auch Rumänien

In diesen Tagen ist sie in aller Munde, die "Flüchtlingskrise", die auf Rumänisch "Criza imigranților" genannt wird, wobei der der Begriff "imigranții" eher auf "Einwanderer" zutrifft. "Flüchtlinge" nennt man auch "refugiați", was dem Begriff "Flüchtling" näher steht. Nach Meinung der EU soll Rumänien auch an dem "sistem de cote obligatorii", dem "verbindlichen Quotensystem" zur Verteilung der Flüchtlinge teilnehmen.

Samstag, 4. April 2015

Iepuraş, cocoşel, puişor - die Sprache der Verliebten

Auf der Webseite von Realitatea TV befasst man sich heute mit den Kosenamen, die rumänische Paare unter sich austauschen und Realitatea TV kommt dabei zur Erkenntnis, dass auch bei rumänischen Paaren eine Neigung zur Verkleinerungsform und Abkürzung von Begriffen bei den Kosenamen beliebt ist. Sehr beliebte Kosenamen sind  "Iepuraş, cocoşel, puişor". "Iepuraş" ist das "Häschen" (ausgesprochen: Jepurasch), "cocoşel" ist das "Hähnchen" (ausgesprochen: Kokoschel) und "puişor" das "Hühnchen" (ausgesprochen: Puischor).


Montag, 23. Februar 2015

Timbrul cultural - damit die Schriftsteller nicht verhungern

"Timbrul cultural" bedeutet wörtlich übersetzt "Kultur-Briefmarke". Gemeint ist damit eine "Kultur-Abgabe", die zur Zeit im rumänischen Parlament mit einem Gesetzesvorhaben diskutiert wird. Danach soll jedes Buch mit einer Zusatzgebühr von einem Leu belegt werden, der dann den Autoren zugute kommen soll. Das Projekt ist heftig umstrtitten, viele meinen, eine solche Zwangsabgabe wäre mit einer Marktwirtschaft nicht vereinbar.

Montag, 24. November 2014

DIICOT - kämpfen gegen alles was schlecht ist

DIICOT ist die Abkürzung für "Direcția de Investigare a Infracțiunilor de Criminalitate Organizată și Terorism". Übersetzt lautet der Name dieser Behörde: "Direktion zur Bekämpfung des Organisierten Verbrechens und Terrorismus". Nach eigenen Angaben auf der Homepage untersteht DIICOT dem Justizministerium. Die Behörde, die 2004 zur Bekämpfung schwerwiegender Verbrechen aufgebaut wurde, ist jetzt in die Schlagzeilen geraten, weil die bisherige Leiterin Alina Bica vor kurzem wegen Verdachts auf Korruption verhaftet und jetzt nach Rücktritt von ihrem Amt suspendiert wurde.

Montag, 17. November 2014

Warum der neue rumänische Präsident sich einmal Johannis und einmal Iohannis schreibt

Klaus Johannis, Siebenbürger Sachse ist neuer rumänischer Präsident. Ein großartiger Erfolg für ihn, aber manche werden vor einem kleinen Rätsel stehen. Wie schreibt er sich denn nun, der neue Präsident? Die rumänische Presse schreibt durchweg nur "Iohannis", diese Schreibweise wird auch von internationalen Medien und teilweise auch deutschen übernommen. Aber tatsächlich schreibt er sich "Johannis" und die "Allgemeine Zeitung für Rumänien", die Tageszeitung für die deutsche Minderheit in Rumänien, hält sich an diese Schreibweise. Der Grund dürfte ganz einfach sein: "Johannis" sprechen die Rumänen "Schohannis" aus und bei "Iohannis" verwenden sie die korrekte Aussprache. Vermutlich hatte es Johannis schon in frühen Jahren über gehabt,  als Schohannis bezeichnet zu werden und hat gegenüber Rumänen das "Iohannis" verwendet.

Sonntag, 19. Oktober 2014

Operaţiunea racolarea - perfide Polit-Strategie

Mit  Regierungsverordnung 55/2014 hatte die rumänische Regierung verfügt,  Lokalvertretern die Möglichkeit zu bieten, sich für einen Parteienwechsel zu entscheiden, ohne dabei ihr Amt zu verlieren. Diese trickreiche Aktion für die kommenden Wahlen gedacht, bekam den Namen "Operaţiunea racolarea". "Operaţiunea" steht für "Operation" und "racolarea" kommt wohl vom Verb "racolá", das das rumänische Internet-Wörterbuch "Dex-Online" so definiert: "Jemanden für eine bestimmte Aktivität (unsauberer Art) rekrutieren, indem man ihm Versprechungen macht oder ihn unter Druck setzt". Was die derzeitige Regierung von Victor Ponta da in die Welt gesetzt hat, ist also nicht nur trickreich, sondern unterminiert auch das Vertrauen der Bevölkerung in die Demokratie. Die "Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien (ADZ)" hat dafür auch den griffigen Titel "Überläufer-Verordnung" benutzt, womit wir "Operaţiunea racolare" auch als "Überläuferaktion" definieren könnten.

Montag, 15. September 2014

BOR - Echte rumänische Heilversprecher

"BOR" steht als Abkürzung für "Biserica Ortodoxe Române" und damit für die "Orthodoxe Rumänische Kirche". Die BOR ist rumänische Staatskirche, weil die Rumänen in ihrer Mehrheit eher laue als gute Gläubige dieser Kirche sind. Schon zu Zeiten der Kommunisten wurde die BOR als Identifikationsfigur gehätschelt, seit der Wende allerdings nicht nur verbal, sondern auch finanziell, da die Politiker sich dadurch Wahlkampfhilfe versprechen. Der Beitrag zur rumänischen Kultur besteht aber in der Hauptsache in mystischem Gebrabbel und Förderung des Aberglaubens.

Montag, 11. August 2014

Păcănele - ein rumänischer Exportschlager

Das Wort "păcănele" ist wohl eine rumänische Wortneuschöpfung. Er steht für den Begriff "Glücksspielautomat" oder auf englisch "Slot-Machine". In Siebenbürgen, im Ort Dumbrăveni, gibt es eine Fabrik, die solche Glücksspielautomaten oder "păcănele" herstellt. Diese Geräte werden zu fast 100% exportiert und zwar überwiegend nach Südamerika. "Glücksspiel" heißt auf rumänisch übrigens "joc de noroc". Laut den Herstellern sind die Gewinnaussichten bei rumänischen Automaten wesentlich höher als auf den üblichen Geräten.